Fördervereine sind für die Feuerwehren unverzichtbar

Einrichtungen schaffen Brücken zwischen Bürgern und Brandschützern und entlasten die kommunalen Haushalte -

Ohne das ruhelose Engagement und der ausgeprägten Flexibilität der zahlreichen Feuerwehr-Fördervereine, wäre es bei den Freiwilligen Feuerwehren landauf, landab schlecht bestellt. Bei immer knapper werdenden Mitteln in den öffentlichen Haushalten, leisten die Feuerwehr-Fördervereine einen beachtlichen Beitrag zur Sicherung des Feuerschutzes und zur Wahrung der sozialen Belange der aktiven Feuerwehrmänner und -frauen.

 

Unverzichtbar sind in den Feuerwehren die Mannschaftsbusse. Sie transportieren Feuerwehrleute und Gerät zur Einsatzstelle, können aber auch für die Nachwuchsarbeit prima eingesetzt werden. In vielen Wehren übernehmen die Fördervereine die Anschaffungskosten. Unser Bild zeigt den neuen Bus der Usinger Wehr, für den vom Feuerwehrverein rund 40000 Euro aufgebracht worden sind.

Wer die Arbeit der aktiven Einsatzkräfte unterstützen will, der sollte förderndes Mitglied seiner örtlichen Feuerwehr werden. Mit den Beitragseinnahmen schaffen die Wehren zusätzliche Schutzausrüstung an oder ergänzen die Beladungen der Einsatzflotte.

Bei vielen Veranstaltungen im Usinger Land treten die Feuerwehrvereine als Initiator und Ausrichter auf. Sie sorgen damit nicht nur für zusätzliche Gelder, die dem Feuerschutz zufließen, sondern bereichern auch das kulturelle Leben in den Kommunen.

Nur durch die finanzielle Unterstützung der Fördervereine ist es vielen Feuerwehren möglich, eine breit gefächerte Kinder- und Jugendarbeit anzubieten.

Zwar tragen die Kommunen per Gesetz den Löwenanteil der entstehenden Kosten für die Feuerwehren, doch müssten die Bürgermeister ohne das Engagement der Feuerwehrvereine häufig noch viel tiefer in die Tasche greifen. Aber  es sind nicht nur die finanziellen Rahmenbedingungen, die bei den Brandschützern durch die große Kreativität ihrer Vereine erheblich verbessert werden und damit letztendlich  die kommunalen Haushalte entlasten. Feuerwehrvereine sind auch Brückenbauer. Sie stellen  Verbindungen zwischen einer intakten Brandschutzeinheit und der Bevölkerung her. Jeder Bürger hat die Möglichkeit, sich den Feuerwehren als förderndes Mitglied anzuschließen und damit einen Beitrag zu einer funktionierenden kommunalen Selbsthilfeeinrichtung zu leisten.

Verbindungen herstellen

Gerade Menschen, die aus Zeitmangel, Krankheits- oder Altersgründen keinen aktiven Dienst in den Reihen einer Feuerwehr leisten können, erhalten auf diesem Wege die Chance, eine echte Verbindung zu ?ihrer? örtlichen Feuerwehr herzustellen. Meist sind die Mitgliedsbeiträge, die von den  Fördervereinen erhoben werden, sehr moderat. So zahlt man beispielsweise in Usingen und Wehrheim gerade mal 15 Euro im Jahr.  In Schmitten erhebt der Förderverein 24 Euro Jahresbeitrag und in Riedelbach kann man für 20 Euro die Arbeit der Floriansjünger unterstützen. Mit diesen Beiträgen und natürlich den Erlösen aus den vielfältigen Veranstaltungen gelingt es den Feuerwehrvereinen, die Arbeitsbedingungen der aktiven Brandschützer erheblich zu verbessern. So unterstützen die Vereinskassen häufig die kommunalen Kämmerer  bei der Anschaffung von angemessener Ausstattung und kaufen Ergänzungskleidung oder weitere Funkmeldeempfänger. Ganz nebenbei beteiligen sie sich an  Kosten für Führerscheine. Denn nach den neuen EU-Führerscheinrichtlinien dürfen die jüngeren Feuerwehrleute mit ihrer PKW-Fahrerlaubnis größere Einsatzfahrzeuge nicht mehr steuern. Und um hier erst gar keine Engpässe entstehen zu lassen, aber auch die Kosten für die Feuerwehrleute im Rahmen zu halten, zahlen die Vereine oftmals zusätzlich zu den Zuschüssen der Kommune einen Obolus.  Wer die Jahres- und Kassenberichte bei den alljährlichen Generalversammlungen hört, der staunt nicht schlecht, mit wie viel Finanzkraft einzelne Feuerwehr-Fördervereine das Equipment der angeschlossenen Einsatzabteilung unterstützen. Mal ist es eine fehlende Kettensäge, mal ein kompletter hydraulischer Rettungssatz, der in der technischen Unfallhilfe Verwendung findet.
soziale Verantwortung

Wie würde es ohne die finanzielle Unterstützung durch die Vereine wohl in der Jugend- und Kinderarbeit aussehen, die in den Reihen der Feuerwehren den langfristigen Fortbestand garantiert? Auch hier leisten die Fördervereine einen wesentlichen Beitrag, damit Ausbildungsmaterial beschafft, oder Freizeiten angeboten werden können. Doch nicht nur der Nachwuchs für die Feuerwehr wird damit gesichert. Jugend- und Minifeuerwehren übernehmen durch ihre jugendpolitische und jugendpflegerische Arbeit auch eine wichtige soziale Verantwortung in unserer Gesellschaft, die mithilfe der Feuerwehrvereine auf einem hohen Niveau gehalten werden kann.


Kulturträger

Zweifelsohne bilden die Beiträge der Mitglieder in den Feuerwehr-Fördervereinen das finanzielle Grundgerüst, mit dem die jeweilige Wehr fest planen kann. Doch darüber hinaus ist es der unerschöpflichen Kreativität der emsigen Vorstände zu verdanken, dass durch Veranstaltungen weitere Mittel für den Brandschutz und die Sicherheit generiert werden können.  Wer einen Blick in die Veranstaltungskalender der Städte und Gemeinden wirft, der stellt sehr schnell fest, dass die örtlichen Feuerwehren nicht nur ihrer primären Aufgabe als Brandschutzeinheit gerecht werden, sondern mit einer ganzen Palette von Veranstaltungsangeboten auch eine wichtige Funktion als Kulturträger vor Ort wahrnehmen. Man schätzt das traditionelle Backesfest der Michelbacher Feuerwehr und freut sich alljährlich auf den letzten Samstag im September, wenn die Blauröcke in Eschbach zum Oktoberfest einladen.  Überregional bekannt und in Trödlerkreisen hoch gelobt, ist der Usinger Flohmarkt, den die Brandschützer seit nunmehr 40 Jahren in der Buchfinkenstadt ausrichten. Eine feste Größe im Wehrheimer Ortsteil Obernhain ist die Sonnenwendfeier, bei der die örtliche Feuerwehr nicht nur ein beeindruckendes Feuer entzündet, sondern auch  dafür sorgt, dass die Menschen im Dorf bei Würstchen, Steaks, Bier und Cola zum Gespräch zusammenkommen können.  Zahlreiche Dorffeste oder Maifeiern tragen ebenfalls in vielen Orten des Usinger Landes  die Handschrift der jeweiligen Feuerwehren.  Dass dafür aber auch ordentlich  Manpower vorhanden sein  muss, versteht sich eigentlich von selbst. Und hier können die fördernden Mitglieder ein weiteres Mal punkten. Denn für Theke oder Grill braucht es nicht unbedingt eine Feuerwehr-Grundausbildung.

ehrenamtliche Tätigkeit

Doch leider, so die Erfahrung einiger Vereinsvorstände, wird es für die Feuerwehren immer schwieriger, neue Fördermitglieder zu akquirieren. Besonders in den Großgemeinden des Usinger Landes, wo in den letzten Jahren viele Menschen in den Neubaugebieten zugezogen sind, hält sich der Zuwachs an Fördermitglieder in Grenzen.  Dort erleben es die Feuerwehrleute bei Einsätzen immer wieder, dass die Bürger davon ausgehen, dass der Brandschutz hauptberuflich organisiert ist und die Helfer entsprechend entlohnt werden. Meist handelt es sich dabei um Menschen, die zuvor in einer größeren Stadt gelebt haben. Dort stand für sie rund um die Uhr eine Berufsfeuerwehr zur Verfügung, während  hier im ländlichen Bereich  der Brandschutz   auf freiwilliger und ehrenamtlicher Basis aufgebaut ist.

Neue Ideen sind also bei den Brandschützern  gefragt, um das ?System? Freiwillige Feuerwehr bei den Bürgern  wach zu halten. Es gilt, neue Werbestrategien zu entwickeln, um die Bedeutung dieser Einrichtungen für die Menschen in ihrem Wohnort herauszustellen und damit für eine Mitgliedschaft zu begeistern. Ein starker Feuerwehrverein im Rücken ist schließlich  ein großer Motivationsschub für die aktiven Einsatzkräfte, die an 365 Tagen rund um die Uhr  die Sicherheit ihrer Bürger garantieren und dabei auch manche private Einschränkung hinnehmen.