Feuerwehrleute „brennen“ für ihr Ehrenamt

WERBEKAMPAGNE „Kick-off“ mit einer lebhaften Podiumsdiskussion

Stadtbrandinspektor Michael Grau, Bürgermeister Steffen Wernard, Wehrführer Holger Solz aus Merzhausen und Petra Klentze präsentieren das neue Werbebanner.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion tauschen sich Feuerwehrleute, Bürger und Kommunalpolitiker aus Usingen über die Zukunft der ehrenamtlichen Feuerwehrarbeit aus. Fotos Andreas Seifert/ Stefan Göttl

Hat das Ehrenamt in der Feuerwehr eine Zukunft? Mit dieser spannenden Frage sind die Brandschützer am Samstagvormittag in eine rund zweistündige Podiumsdiskussion im Rahmen ihrer neuen Werbekampagne eingestiegen. Bürgermeister Steffen Wernard, Erster Stadtrat Dieter Fritz und weitere kommunalpolitische Mandatsträger tauschten sich mit interessierten Bürgern und den Feuerwehrleuten über Ideen aus, mit denen man neue Kräfte für die Einsatzabteilungen gewinnen kann.

Umfangreiche Informationen steuerte Roland Schmidt vom Kreisfeuerwehrverband Limburg-Weilburg bei. Als Dialogtrainer hat der Dietenhausener Feuerwehrmann eine groß angelegte Werbekampgange im Nachbarkreis mitinitiiert. „Natürlich „brennen“ unsere Leute für ihr Ehrenamt. Aber damit sie sich für diesen Job erst einmal begeistern lassen, müssen wir sie persönlich ansprechen. Flyer und Werbebriefe landen in der Regel ungelesen im Mülleiner“, klärte Schmidt die Runde auf. Als „Quereinsteigern“ ist Petra Klentze vor knapp fünf  Jahren zur Feuerwehr Merzhausen gekommen. Sie ist begeistert von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, schätzt besonders den großen Zusammenhalt im Team und sieht keinerlei Probleme darin, sich als Frau in einer Feuerwehr zu engagieren. Usingens Stadtbrandinspektor Michael Grau, der mit einer Reihe von Informationen zum Ehrenamt in der Feuerwehr die Diskussion eröffnet hatte, nannte als weitere Werbefelder auch die Schulen. Hier könne man mit gezielten Maßnahmen junge Menschen für diese Arbeit gewinnen. Aufmerksam verfolgten  die beiden Gemeindebrandinspektoren aus Grävenwiesbach und Wehrheim, Markus Ullrich und Stefan Fey, die Podiumsdiskussion.  Schließlich stehen die Themen Nachwuchsgewinnung und Tageseinsatzstärke auch bei anderen Wehren im Usinger Land längst im Fokus.  Usingens Wehrführer Stefan Göttl warf die Frage auf, ob man mit vergünstigtem Wohnraum junge Feuerwehrleute in der Kommune halten könne. Roland Schmidt erklärte schließlich, nicht  monetäre Gründe würden Feuerwehrleute im Ehrenamt halten. Anerkennung und Bestätigung für das Handeln seien viel wichtiger als eine Aufwandsentschädigung. Dennoch bräuchte man für bestimmte Funktionsträger die Möglichkeit, ihnen für einen überdurchschnittlichen Einsatz Entgelte zukommen zu lassen.

Am Schluss der Veranstaltung präsentierten die Usinger Feuerwehren ihr neuestes Image-Plakat, das auf der Werbewand am Usinger Ortseingang für neue Mitglieder werben soll. Entwurf und Umsetzung lag diesmal bei der Feuerwehr Merzhausen. Wehrführer Holger Solz hatte die Idee dazu bereits seit über einem Jahr im Kopf. Und mit Petra Klentze als „Model“ hatte er denn auch gleich eine passende Werbebotschafterin gefunden, die dafür gerne mal in Einsatzkluft und Pumps geschlüpft ist. Mit weiteren Aktionen in allen Stadtteilen wird die Werbekampagne der Usinger Feuerwehren im Laufe der nächsten zwei Jahre weiter Fahrt aufnehmen – und hoffentlich viele Männer und Frauen für die Arbeit bei der Wehr überzeugen. Dann hat das Ehrenamt bei der Feuerwehr  durchaus eine Zukunft!