Die Feuerwehr hat sich mit Petrus wieder versöhnt

Tolles Wetter, volle Straßen und jede Menge Kunst und Krempel beim Flohmarkt

„Bombi“ Schubert (v.l.) und Gerhard Schmitt bereiten die leckere Erbsensuppe in der alten Gulaschkanone der Feuerwehr vor.

Warten auf Kundschaft: Michael Gerstner hat sein Warenangebot aufgebaut und hofft auf gute Geschäfte.

Erst mal ’nen Kaffee: Das Team vom Außenstand in der Neutorstraße bereitet sich auf einen heißen Flohmarkt-Sonntag vor.

Die Usinger Feuerwehr hat sich mit Petrus wieder versöhnt: Nachdem der Flohmarkt im vergangenen Jahr buchstäblich ins Wasser gefallen ist, stand die Traditionsveranstaltung in diesem Jahr ganz im Zeichen der Sonne. Und nicht nur beim Blick gen Himmel geriet Vereinschef Dirk Schimmelfennig ins Schwärmen: „Schon ab halb sieben heute Morgen haben uns die Frühbesucher unsere belegten Brötchen und einige Stücke Kuchen aus der Hand gerissen. In Verbindung mit einer frischen Tasse Kaffee stimmen sich viele Flohmarktfans alljährlich so bei uns ein.“ Und in der Tat konnte man beim Blick auf die Trödelmeile gegen sieben Uhr am Sonntagmorgen lange Besucherschlangen zwischen Kreuzgasse und Neutorstraße ausmachen.

Rund 250 überwiegend private Anbieter hatten entweder einen Tapeziertisch als Handelsfläche aufgebaut, oder boten ihre Schätze direkt vom PKW-Anhänger an. Das Angebot reichte von Militärkleidung über Werkzeug bis hin zu antiken Vasen und Sammeltassen. Wer auf der Suche nach alten Käfer-Radkappen war, konnte genau so fündig werden, wie Liebhaber der schwarzen Vinyl-Schallplatten. Tiziana Scheerer hat ihren kleinen Stand direkt vor der Hugenottenkirche aufgebaut. Sie ist begeistert von dieser Veranstaltung und kommt extra aus Villmar-Aumenau angereist, um ihre antiken Weingläser und eine alte Dürrkopp-Nähmaschine an den Mann zu bringen. Für viele Kinder, die sich von ihren alten Spielsachen trennen wollen, ist der Usinger Flohmarkt eine ideale Handelsplattform. Denn die jungen Marktbeschicker bleiben von der Standgebühr befreit. Und so können alle Umsätze direkt in die heimische Spardose wandern. Am Alten Marktplatz, wo die Feuerwehr ihre Versorgungsstände aufgebaut hat, stehen Gerhard Schmitt und Olaf „Bombi“ Schubert an der alten Gulaschkanone. Sie bereiten die leckere Erbsensuppe vor, die dann ab 11 Uhr schnell ihre Abnehmer findet. Unterstützt werden die Brandschützer an der Theke und am Grill auch von Helfern des Usinger-Carneval-Vereins und der Usinger-Narren-Zunft. „Da unterstützen wir uns gegenseitig. Wir machen regelmäßig Dienst bei Faschingsveranstaltungen und die beiden Vereine stellen uns Helfer für den Flohmarkt zur Seite. Eine tolle Kooperation“, meint Vorsitzender Schimmelfennig, der für den Flohmarkt sogar regelmäßig ein bis zwei Urlaubstage opfert. Denn nach dem Markt-Sonntag müssen viele Geräte gereinigt und das Vereinslager wieder eingeräumt werden.

Nur für ein großes Problem hat der engagierte Vereinschef noch keine Lösung gefunden: das viel zu frühe Kennzeichnen von Standflächen durch die Betreiber. Und wenn dann noch das feste Gewebeband ins Spiel kommt, um einige Meter zu kennzeichnen, treibt es Schimmelfennig die Sorgenfalten ins Gesicht. Denn die Rückstände lassen sich nur schwer wieder von der Straße entfernen. „Wir werden die Händler und die Anwohner noch einmal über die Regularien informieren“, verspricht der Feuerwehrmann. Mit dem Flohmarkt-Erlös will der Feuerwehr-Förderverein weitere Schutz- und Dienstkleidung für die Helfer anschaffen und die Nachwuchsarbeit innerhalb der Wehr unterstützen.