Schnelle Hilfe beim Verkehrsunfall

Mehr als 8000 Verkehrsunfälle mit Verletzten zählte das Statistische Bundesamt im letzten Jahr alleine in Hessen. Da ist schnelle und professionelle Hilfe gefragt. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein, übte die Feuerwehr Usingen am vergangenen Sonntag die Rettung eines eingeklemmten Unfallopfers aus seinem Fahrzeug.

Szenen aus Filmen, in denen Feuerwehrleute mit brachialer Gewalt ein Auto aufbrechen und das Unfallopfer herauszerren gehören nicht zur Realität. Stattdessen steht eine möglichst patientenschonende Rettung im Vordergrund. Nur wenn der Notarzt akuten Handlungsbedarf sieht kommt es zu einer solchen "Crash-Rettung", in der ein möglichst schnelles Befreien des Patienten aus seinem Fahrzeug sein Leben retten kann.

Ansonsten erfolgen die Rettungsarbeiten durch die Feuerwehr stets in enger Absprache mit dem Notarzt, so dass der Patient möglichst keine weiteren Verletzungen davon trägt.

Das Szenario, das sich die Kameraden Tilmann Garbe, Sven Blecher und Mario Oliva-Ruiz ausdachten war recht knifflig: das Auto lag auf dem Dach und der Patient saß noch angeschnallt kopfüber im Fahrersitz.

Zunächst steht der Eigenschutz der Einsatzkräfte an erster Stelle, so dass im ersten Schritt die fiktive Einsatzstelle abgesichert wurde. Ein Feuerwehrmann kletterte derweil schon ins Innere des Fahrzeugs und kümmerte sich um die verletzte Person. Meist ist der Rettungsdienst schon vor der Feuerwehr an der Einsatzstelle und führt erste Maßnahmen zur Versorgung des Patienten durch.

"Kein Unfall ist wie der andere, so dass es hier kein immer gültiges Patentrezept gibt", so Tilmann Garbe. Der Patient war im Fußraum eingeklemmt, so dass mit Hilfe des hydraulischen Rettungsgerätes ("Schere und Spreizer", sowie hydraulische Stempel) eine Öffnung des Fußraumes vorgenommen wurde.

Es galt den Patienten möglichst schonend und schnell aus seiner Position kopfüber herauszubringen. Hierfür wurde die Rückenlehne des Fahrersitzes entfernt und der Patient anschließend mit einem Rettungsbrett vorsichtig aus seinem Fahrzeug gerettet.

Einerseits sind die Fortschritte in den Sicherheitssystemen der modernen Autos eine gute Sache für die Fahrer, verhindern sie doch oftmals noch schwerere Verletzungen. Auf der anderen Seite erschweren sie aber die Arbeit der Feuerwehren enorm: Karosserieverstärkungen, zahllose elektrische Antriebe und Airbags an den verschiedensten Stellen machen die Rettung schwerer und auch zur Gefahr für die Retter.

So fordern die Feuerwehren schon länger eine einheitliche fahrzeugspezifische Rettungskarte, die z.B. hinter der Sonnenblende deponiert wird. Auf ihr kann die Feuerwehr im Einsatz auf einen Blick wichtige Dinge, wie Position von Airbags und Verstärkungsstreben, Kraftstofftank, Batterien etc. erkennen.

Zum Glück war das Unfallopfer diesmal nur eine Strohpuppe und kam mit leichten Blessuren davon. Die Feuerwehrkameraden lobten die gelungene Übung und bedankten sich bei den Kameraden, die sie ausgearbeitet haben.

 

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