Achtung Feuerwehr! – Umsicht im Straßenverkehr

Jeder kennt es: Der Straßenverkehr wird immer dichter, man scheint immer häufiger im Stau zu stehen, Aggressionen und Egoisten scheinen immer öfter zueinander zu finden. Aber was hat das mit der Feuerwehr zu tun?

Nun, die Feuerwehr bewegt sich im Straßenverkehr, um von ihrem Standort bei der Alarmierung – meistens vom Stützpunkt aus – zu ihrem Einsatzort zu kommen.

Um nicht im alltäglichen Verkehr stecken zu bleiben, kann die Feuerwehr sog. Sonder- und Wegerechte einsetzen, die der Gesetzgeber über die Straßenverkehrsordnung (StVO) bestimmten Behörden, wie auch der Feuerwehr, eingeräumt hat. Dabei sind Sonder- und Wegerecht streng zu trennen.

Das „stärkere“ Recht der beiden ist das Wegerecht. Nähert sich ein Feuerwehrfahrzeug mit Blaulicht und Einsatzhorn, haben alle übrigen Verkehrsteilnehmer unverzüglich freie Bahn zu schaffen. Die Feuerwehr setzt das Wegerecht nur dann ein, wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung abzuwenden oder bedeutende Sachwerte zu erhalten. Deutlich angezeigt wird die Geltendmachung des Wegerechts durch das laute Einsatzhorn und das auffällige Blaulicht, häufig in Kombination mit blauen Frontblitzern.

Anders bei den Sonderrechten: Wenn es zur Erfüllung hoheitlicher Aufgaben dringend erforderlich ist oder wenn höchste Eile geboten ist, um Menschenleben zu retten oder schwere gesundheitliche Schäden abzuwenden, ist die Feuerwehr von bestimmten Vorschriften der StVO befreit. Darunter fallen beispielsweise die Überschreitung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, Rechtsüberholen bzw. Linksfahren, das Nichtbeachten von Ampeln oder auch das Fahren entgegen einem Fahrverbot und/oder entgegen einer Einbahnstraße. Eine besondere Kennzeichnung zur Geltendmachung der Sonderrechte gibt es nicht.

Dass diese Sonderrechte neben den Wegerechten einem Feuerwehrfahrzeug im Einsatz zustehen, leuchtet jedem ein. Allerdings gelten diese Rechte unter bestimmten Voraussetzungen auch für die Feuerwehrleute bei der Anfahrt zum Stützpunkt. Schließlich wird in Deutschland der Brandschutz überwiegend durch Freiwillige Feuerwehrleute gestellt. Diese müssen zunächst zum Stützpunkt gelangen, um dann mit den Einsatzfahrzeugen auszurücken.

Im Straßenverkehr sind jedoch die Feuerwehrleute auf der Anfahrt zum Stützpunkt nur schwer von anderen Verkehrsteilnehmern zu unterscheiden. Es haben sich hierbei Dachaufsetzer, Schilder und Warnblinklicht als Kennzeichnung etabliert, um auf die Sonderrechte den anderen Verkehrsteilnehmern gegenüber hinzuweisen. Allerdings kann man diese Kennzeichnung sicherlich nicht mit dem großen roten Fahrzeug mit Einsatzhorn und Blaulicht vergleichen, das ungleich besser wahrgenommen wird.

Nicht selten werden daher die Privatfahrzeuge auf der Anfahrt von den anderen Teilnehmern am Straßenverkehr kaum wahrgenommen. Hierbei spielen sicherlich auch die immer bessere Geräuschabschirmung der Fahrzeuge, immer häufigere Ablenkungen bei der Fahrt und der bereits oben angesprochene scheinbar zunehmende Egoismus eine Rolle.

Leider lässt sich das Problem nur schwer lösen, denn weder ist es zulässig, sich ein Blaulicht auf das Dach zu setzen, noch ein Signalhorn einzubauen. Es bleibt daher dabei, dass Fahrzeuge mit Sonderrechten darauf angewiesen sind, dass andere Verkehrsteilnehmer sie entsprechend wahrnehmen.

Daher der Appell: Wenn Sie unterwegs sind und es nähert sich Ihnen ein Fahrzeug, das Dachaufsetzer, Schilder oder Warnblinklicht benutzt: Es ist sehr wahrscheinlich kein Verkehrsrowdy, sondern einfach nur eine Feuerwehrfrau oder ein Feuerwehrmann auf dem Weg zum Stützpunkt, um Anderen zu helfen.