Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Usingen Mitte

Ausgehend von mehreren schweren Feuersbrünsten im 16. Jahrhundert, der große Teile der Stadt völlig niederbrannten, wurde dem Feuerschutz in Usingen damals große Bedeutung beigemessen. Erste Regelungen erfolgten jedoch erst im Jahr 1826 durch den Erlass einer "Allgemeinen Feuerpolizeiordnung" und weiterhin im Jahr 1849 durch eine "Feuerordnung" des Gemeinderats Usingen. Demnach war der Feuerlöschdienst straff organisiert. Die Lösch- und Rettungsmannschaft war in 6 Rotten bezirksweise eingeteilt. Die zwölf jüngsten Bürger waren Feuerläufer und zur Hilfeleistung waren alle männlichen Einwohner ab dem 14. Lebensjahr verpflichtet. Erwähnenswert ist, dass Pflichtwidrigkeiten durch das Stadtgericht mit Geldstrafen bis zu 3 Gulden bestraft wurden.

Die heutige Freiwillige Feuerwehr ist aus der Turnergemeinde Usingen hervorgegangen, die unter dem Usinger Bürger und Turner Friedrich August Wengenroth im Jahr 1862 die sogenannte "Turner-Feuerwehr" gründete. Im Jahr 1877 wurde aus finanziellen Gründen die Feuerwehrabteilung von der Turngemeinde gelöst und trat fortan als selbständiger Verein unter der Bezeichnung "Freiwillige Feuerwehr" auf.

Bis zum 1. Weltkrieg 1914 war man ständig bemüht, die Einsatzfähigkeit der Wehr zu verbessern, die damals bereits 71 aktive Mitglieder zählte. An Löschgeräten waren die alte Turnerspritze, eine Druckspritze sowie eine Saug- und Druckspritze vorhanden. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der innere Ausbau der Feuerwehr wieder aufgenommen, jedoch waren durch die Inflation und die spätere Geldknappheit enge Grenzen gesetzt. Maßgeblichen Anteil hatte die Feuerwehr Usingen an der Gründung zahlreicher Feuerwehren im Altkreis Usingen während der 20er und 30er Jahre.

1931 erfolgt der Bau einer Alarmsirene auf dem Rathaus. Es handelte sich um eine Typhon-Brandalarmanlage mit 2 Kohlensäureflaschen, die bis in die 60er Jahre zur Alarmierung diente.

Die erste Motorspritze (TS 6) wurde 1934 von der Stadt Usingen unter finanzieller Beteiligung der Nachbargemeinden, der Firma Metz, Karlsruhe, nebst zugehörigen Schläuchen zum Preis von 3.000,00 DM erworben. Um einen möglichst schnellen Einsatz der Motorspritze in den Gemeinden des damaligen Kreises Usingen zu gewährleisten, wurde gleichzeitig ein gebrauchter Kraftwagen vom Typ Mercedes Compr. Cabriolet 15/70/100 PS, sechsfach bereift, beschafft.

Im Jahr 1942 erhielt die Feuerwehr Usingen durch den Kreis ein Löschfahrzeug mit eingebauter 1.500 l Pumpe (LF 15), welches ebenfalls für die Nachbarlöschhilfe im ganzen Kreis zur Verfügung stand und insgesamt 11 Mal auswärts im Einsatz war.

Nach dem 2. Weltkrieg konnte im Bereich des Feuerschutzes entscheidende Fortschritte erzielt werden. 1945 wurde eine Tragkraftspritze TS 8 mit Anhänger erworben und 1956 wurde die Ausrüstung der Wehr durch ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8 mit Vorbaupumpe ergänzt.

Heute verfügt die Wehr Usingen über einen modernen Fahrzeugpark mit insgesamt 10 Fahrzeugen. Erst im Jahr 1997 konnte eine neue Drehleiter (DLK 23-12) als Ersatz für die bereits 24 Jahre alte Drehleiter in Dienst gestellt werden.

Die Inbetriebnahme des Feuerwehrstützpunktes an der Weilburger Straße im Jahr 1983 war ohne Zweifel ein ganz großer Höhepunkt in der Geschichte der Usinger Wehr und in der Entwicklung des Feuerlöschwesens in Usingen. Der Feuerwehrstützpunkt dient für den gesamten Kreis als Ausbildungsstätte verschiedener Lehrgänge und verfügt gleichzeitig auch über eine Atemschutzübungsstrecke für alle Feuerwehren des Hochtaunuskreises.

Aktuell berät die Politik über eine generelle Sanierung des über 30 Jahre alten Gebäudes. Anfang des Jahres 2017 soll final über die Maßnahmen beraten und beschlossen werden.