"Mehr Feuerwehr in die Schule" soll die Zukunft sichern

Hessens Brandschützer tagen in der Helmut-Schmidt-Schule - "Was nutzt der Feuerwehr die beste Ausrüstung, wenn sie kein Personal dafür hat, es im Notfall auch zum Einsatz bringen zu können?". Mit dieser Frage brachte Hessens Staatssekretär Werner Koch in seinem Grußwort am Samstagmorgen Sinn und Zweck des Modellprojekts "Mehr Feuerwehr in die Schule" auf den Punkt. Aus ganz Hessen waren rund 120 Brandschützer zur zweiten Projekt-Fachtagung in die Helmut-Schmidt-Schule nach Usingen gekommen.

Daniel Schauer aus Hanau hat zur Fachtagung das Brandschutzerziehungs-fahrzeug mitgebracht und präsentiert Puppe "Florentine".

Merten Giesen (v.l.) und Michael Grau schalten die neue Internetseite für das Projekt frei.

Rund 120 Feuerwehrleute und Vertreter aus der Kommunal- und Landespolitik besuchen die Fachtagung in Usingen.

Gestalten die Podiumsdiskussion zum Abschluss: Norbert Fischer (v.l), Gunnar Milberg, Matthias Drexelius (Moderator), Cornelia Lehr, Michael Gabriel, Michael Grau und Robert Mayer. Fotos Seifert

Eingeladen hierzu hatte neben dem Landesfeuerwehrverband auch das Hessische Innenministerium. Die Usinger Schule gehört mit weiteren fünf Schulen in Hessen zu den Modellschulen, an denen das Projekt "Mehr Feuerwehr in die Schule" in der Praxis erprobt wird. Im Oktober 2015 hatten das Hessische Kultusministerium und der Landesfeuerwehrverband Hessen einen Kooperationsvertrag für das auf zwei Jahre ausgelegte Modellprojekt geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist es, im Rahmen von Unterrichtsangeboten die Brandschutzerziehung voranzutreiben und neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehren zu generieren. Sabine Stuhlmann von der Serviceagentur "Ganztägig lernen" zeigte sich überzeugt davon, mit diesem Projekt den Grundstein für eine dauerhafte Zusammenarbeit gelegt zu haben. Noch gebe es in Hessen rund 70.000 freiwillige Helferinnen und Helfer bei den Wehren. Doch mit Blick in die Zukunft müsse man über solche Angebote den Mitgliederbestand in den Einsatzabteilungen langfristig sichern. Dafür benötige es eine intensive Verzahnung von Schule, Feuerwehr und Politik, so Stuhlmann. Als Vertreterin des Kultusministeriums gehört sie der Steuerungsgruppe des Modellprojekts an. Usingens Stadtbrandinspektor Michael Grau, der als Projektleiter für das Innenministerium maßgeblich die Fäden in der Hand hält, gab den Tagungsteilnehmern einen umfassenden Überblick über die bisherigen Aktionen. So habe man durchweg positive Erfahrungen in der Zusammenarbeit von Feuerwehren und Modellschulen sammeln können. Er forderte die Feuerwehrleute auf, an das Projekt konstruktiv heranzugehen:"Überfordert euch auf keinen Fall, bereitet die Zusammenarbeit mit den Schulen in Ruhe vor!"

Homepage freigeschaltet

Gemeinsam mit Merten Giesen vom Medienzentrum Frankfurt schaltete Grau eine neue Internetseite frei, auf der ab sofort Schüler, Lehrer und Feuerwehrleute umfangreiche Informationen und Lernhilfen zum Projekt finden können. Nach der Eröffnung im Plenum wurden den Tagungsteilnehmern mehrere Workshops angeboten, in denen Referenten ihre Feuerwehrarbeit in den Schulen vorstellten. Breite Unterstützung bei diesem Projekt erfahren die hessischen Feuerwehren sogar vom Nachbarland Österreich. Robert Mayer, stellvertretender Landesbranddirektor aus Oberösterreich, war eigens nach Usingen gekommen, um die Brand- und Katastrophenschutzerziehung im Nachbarland zu präsentieren. Viele Unterrichtsmaterialen hatte Mayer als Anregung im Gepäck, die auch für das hessische Projekt Verwendung finden können. Wenn im Sommer nun das zweijährige Modellprojekt ausläuft, sollen weitere Schulen Kooperationen mit den örtlichen Wehren eingehen. "Die Nachwuchsgewinnung und Brandschutzerziehung sind wichtige öffentliche Anliegen, die durch die Zusammenarbeit von Schulen und Feuerwehren flächendeckend vorangetrieben werden müssen", machte Michael Grau noch einmal deutlich. Norbert Fischer nutzte die Schlussrunde der Tagung für einen eindringlichen Appell an das Land Hessen, die Brandschutzerziehung mit der Verkehrserziehung gleichzusetzen und dafür dauerhaft Mittel bereitzustellen.

"Mehr Feuerwehr in die Schule"
Wenn im Sommer die zweijährige Pilotphase des Projekts ausläuft, sollen weitere Schulen und Feuerwehren in Hessen Kooperationen eingehen. Langfristiges Ziel ist es, die Brandschutzerziehung und die Nachwuchsgewinnung in den Reihen der Feuerwehren sicherzustellen. Vom Hessischen Kultusministerium unterstützt die Serviceagentur "Ganztägig lernen" das Projekt und bietet Fortbildungsangebote an. Die am Samstag freigeschaltete Internetseite www.feuerwehr-in-die-schule.de bietet umfangreiches Info- und Unterrichtsmaterial sowie Kontaktadressen der Behörden und Verbände an, die das Projekt "Mehr Feuerwehr in die Schule" begleiten.