Von A wie Astschere bis Z wie Zigarrenschachtel

Tolles Flair und ein breites Angebot von Trödel und Tand - Der traditionelle Flohmarkt der Usinger Feuerwehr zeigte sich am 17. Juni wieder als Besuchermagnet für die Buchfinkenstadt. 

Gute Laune beim Serviceteam der Feuerwehr: Nina Seifert (v.l.), Martina Drexelius, Timo Tisowsky, Carsten Luft und Michael Nolte.

Besuchermagnet: Bereits am frühen Sonntagmorgen zieht es die Flohmarktfans in die Buchfinkenstadt.

Gerhard Schmitt sorgt für die leckere Erbsensuppe aus der „Gulaschkanone"

Mit Blechdosen und Kaffeemühlen aus Urgroßmutters Zeiten lockt Waltraud Arens an ihrem Stand.

Für den Usinger Flohmarkt legen Simone und Markus Sauer mal eben 350 Kilometer zurück.

Bereits gegen sechs Uhr tummelten sich viele Frühaufsteher zwischen den Marktständen. Die ersten Geschäfte wurden gemacht und manch einem Händler blieb kaum Zeit, seine mitgebrachten Sachen aus den Kartons auf den Tischen aufzubauen. Denn die erfahrenen Schnäppchenjäger warfen schon beim Auspacken der Flohmarktware einen kritischen Blick aufs Angebot und nutzten die frühe Stunde für intensive Preisverhandlungen. Die Feuerwehr, die den Flohmarkt seit nunmehr 45 Jahren auf die Beine stellt, überzeugte auch diesmal Händler wie Besucher mit einer guten Organisation. Bereits am Samstagnachmittag hatten die Brandschützer ihre Versorgungszelte auf dem Alten Marktplatz aufgeschlagen und die Kühlwagen mit Getränken und Speisen bestückt. Am Sonntagmorgen dann wurden ab fünf Uhr die Kaffeemaschinen angeheizt und leckere Frühstücksbrötchen für die Besucher vorbereitet. Gegen Mittag ergänzten Gerhard Schmitt und sein Team das übliche Speiseangebot der Wehr mit hausgemachter Erbsensuppe aus der „Gulaschkanone“.  

Über 100 Helfer

„Nicht nur den Auf- und Abbau und die Versorgung der Besucher müssen die rund einhundert Helferinnen und Helfer unserer Wehr stemmen. Wir müssen auch für die Sicherheit und Ordnung auf dem Marktgelände und an den Zufahrtswegen sorgen“, unterstrich Feuerwehr-Vereinschef Dirk Schimmelfennig im Gespräch mit dem Usinger Anzeiger. Besonders erfreut zeigte sich Schimmelfennig darüber, dass die Verkehrssituation in der Stadt dank der Unterstützung durch die Stadtpolizei diesmal entspannt blieb. 

Moderates Standgeld

Das Angebot der vielen Standbetreiber ließ kaum einen Wunsch bei den Besuchern offen: Ob man auf der Suche nach alten Schallplatten, dekorativen Blechdosen, Reiseweckern, Blumenvasen oder Werkzeug war – alles konnte auf dem Flohmarkt ergattert werden. Auch Schmuck, Handtaschen und jede Menge gebrauchte Kleidung wechselten eifrig die Besitzer. Für die vielen Kinder, die an ihren Ständen Spielzeug oder alte Computerspiele anboten, bedeutete der Flohmarkt eine Taschengeldaufbesserung. Und damit den Kleinen der Verkauf auch Spaß  macht und tatsächlich etwas hängenbleibt in der Kasse, verzichteten die Brandschützer bei den Kindern aufs Standgeld. Für alle anderen Standbetreiber wurden pro laufendem Meter sieben Euro fällig. „Damit sind wir immer noch sehr moderat. Bei den gewerblichen Flohmärkten müssen die Händler tiefer in die Tasche greifen“, so der Feuerwehr-Vereinsvorsitzende.

Die weiteste Anreise als Standbetreiber dürften Markus und Simone Sauer gehabt haben. Sie waren am Samstagabend aus Ehrenkirchen bei Freiburg aufgebrochen, um mit ihrem kleinen Bücherstand in Usingen dabei sein zu können. „Wir verbinden den Flohmarkt immer mit einem Besuch bei der Familie“, erklärte Markus Sauer, dessen Mutter und Schwester in Wernborn leben. „Wir genießen das Tolle hier und freuen uns jedes Jahr wieder, wenn wir zum Flohmarkt in den Taunus aufbrechen“, ergänzte Ehefrau Simone. Auch Waltraud Arens aus Glashütten kommt seit vielen Jahren nach Usingen und bietet ihre nostalgischen Blechdosen, Küchenwaagen und Keramiktöpfe an. Für sie ist der Usinger Flohmarkt „einfach ein Muss“. 

Mit den Einnahmen aus dem Flohmarkt unterstützt der Feuerwehr-Förderverein die Arbeit seiner Einsatz- und Nachwuchsabteilungen.  Ausrüstungsgegenstände, Einsatzkleidung oder Lehrmittel können durch die Gelder aus der Vereinskasse angeschafft werden. Unternimmt die Minifeuerwehr einen Ausflug oder bricht die Jugendfeuerwehr zu einer Sommerfreizeit auf, stellt der Förderverein regelmäßig finanzielle Zuschüsse zur Verfügung. 

Fotos Seifert